Segeln Ionisches Meer

Highlight auf Zakynthos: Schmugglerbucht mit Schiffswrack

Die Schmugglerbucht wird von vielen als der schönste Strand von Zakynthos oder Zante, wie die griechische Insel auf Italienisch genannt wird, beschrieben. Das Kleinod ist nur vom Meer aus erreichbar. Vermutlich ist die Bucht mit dem glasklaren blauen Wasser und dem wie von Künstlerhand drapierten Schiffswrack die meist fotografierte in ganz Griechenland.
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Zakynthos: Navagio Bucht mit atemberaubendem Panorama

Die Schmugglerbucht oder Navagio-Bucht (Google-Maps) ist nicht zuletzt wegen des Schiffswracks ein sensationelles Erlebnis. Steuert man die nur auf dem Seeweg erreichbare Bucht an, scheinen die hohen Klippen zunächst den Strand verstecken zu wollen. Aber dann öffnet sich das sensationelle Panorama. Und das Wasser in der Gegend von Navagio hat wirklich ein einzigartiges Blau. Einfach wunderschön. Tipp: Wenn man das Wrack erst am späten Nachmittag im Detail inspiziert, hat man nicht nur ein schönes Licht zum Fotografieren, sondern es sind auch fast alle Tagestouristen schon wider weg.
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Die Geschichte zum Schmugglerschiff auf Zakynthos

Im Oktober 1980 war ein Küstenmotorschiff voller geschmuggelter Zigaretten als Ladung vor der Küste unterwegs. Verfolgt von der Küstenwache erlitt die „Panagiotis“ bei stürmischer See Schiffbruch und liegt bis heut auf dem kleinen Strand. Die Crew war schon vorher geflüchtet und hatte sich an Land abgesetzt, was aber nichts nützte – die meisten Schmuggler wurden dennoch gefasst.  Allerdings nagt der Zahn der Zeit auch an dieser wahrlich einzigartigen Sehenswürdigkeit. Daher empfiehlt sich ein baldiger Besuch in den nächsten Jahren, um das Wrack noch in einem halbwegs intakten Zustand zu sehen.

Das Schiff liegt am traumhaft weißen Strand, umgeben von hohen, senkrecht hinaufragenden Felswänden, über denen sich eine kleine Plattform befindet. Diese Plattform ist der einzige Aussichtspunkt, der von der Landseite aus einen Blick auf das Wrack ermöglicht. Die Felsen selbst können von See und vom Strand aus nicht erklettert werden.

Die besten Besuchszeiten: Früh am Morgen oder spät am Nachmittag

Die Wreck Bay wird natürlich scharenweise von Touristen belagert, die mit Touristenbooten dorthin geführt werden. Doch sehr früh am Morgen und am späteren Nachmittag hat man den traumhaften Spot meistens fast für sich alleine. Nach 10 Uhr vormittags bis am späten Nachmittag allerdings wird es ziemlich voll auf dem kleinen Strand und es herrscht jede Menge Trubel.
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Wer das nicht so unbedingt möchte, für den habe ich einen echten Geheimtipp parat.

Geheimtipp: Unberührte Bucht für Euch alleine

Nur eine Seemeile nördlich vom „Zakynthos Shipwreck Beach“ gibt es eine traumhaft schöne, unberührte Ankerbucht, in der Ihr tatsächlich ganz alleine sein könnt. (Ankerplatz auf Google-Maps) Zu den Hauptbesuchszeiten der Schmugglerbucht steuern wir diese geheime Traumbucht an und genießen die wunderbare Ruhe. Kristallklares Wasser, ein traumhaftes Panorama, ein einzigartiges Türkisblau des Wassers, Herz, was begehrst du mehr? Wir schwimmen, erkunden die Bucht, lassen einfach die Seele baumeln und spüren die Schönheit der Natur und des Lebens so intensiv …
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Übernachten in der Zakynthos Schmugglerbucht oder in der Nähe
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In der Zakynthos Navagio Bucht gibt es immer ein wenig Schwell. Sehr früh am Morgen ist das Meer aufgrund der häufig vorkommenden nächtlichen Flaute aber eher glatt und ruhig. Thermik bildet sich meist erst am späten Vormittag. Ob man in der Schmugglerbucht die Nacht verbringen möchte, hängt vor allem von der Crew ab. Man merkt relativ schnell, ob man dort bleiben möchte oder sich doch lieber woanders einen Ankerplatz suchen will. In diesem Fall bietet sich zum Beispiel in der Nähe der Schmugglerbucht die etwas südlicher gelegene Vromi Bucht an. Vromi ist eine tiefe Bucht, die guten Schutz vor Wind aus Nordwest bis West bietet. Geankert wird meist mit langer Leine zum Land. Windböen aus den Bergen (Fallböen) sind allerdings immer möglich. Auch Wind aus Südwest bis Süd kann kräftigen Schwell hervorrufen, bei dem wir unter Umständen sogar ein Verlassen der Bucht anraten. Es gibt einen kleinen Kai im Inneren der Bucht, der allerdings einheimischen Booten vorbehalten ist.

Ihr könnt auch bis in den Süden der Insel Zakynthos weitersegeln in die Lagana-Bucht. Sie ist ein Naturschutzgebiet, weil sich hier eines der letzten Refugien der vom Aussterben bedrohten Karettschildkröte befindet. Vielleicht gehört ihr ja zu den Glücklichen, die eines dieser wunderschönen Tiere zu Gesicht bekommt.
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Wenn wir auf dem Weg nach Norden sind, steuern wir gerne Ankerplätze im Süden der Insel Kefalonia an. Zum Beispiel hier. Aber Achtung beim Ansteuern, hier gibt es einige Untiefen, die nicht genau in der Karte eingezeichnet sind!
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Auf jeden Fall ist die Schmugglerbucht  ein unvergessliches Erlebnis, das man auf keinen Fall versäumen sollte, wenn man in der Nähe ist, selbst wenn man nur auf einen kurzen Fotostopp vorbeischaut. Ich hoffe, Ihr habt durch unseren Törnbericht einen guten Überblick über die Shipwreck Bay gewinnen können. Wenn Ihr noch Fragen oder Anmerkungen dazu habt, schreibt gerne einen Kommentar am Ende der Seite. Ich freue mich natürlich auch, wenn Ihr den Reviertipp in Euren sozialen Medien teilt. Hier noch ein paar interessante weiterführende Links.

Empfohlene Revierführer und Seekarten für das ionische Meer

Wir haben so ziemlich alle gängigen Hafenhandbücher und Revierführer vom ionischen Meer. Folgende Literatur der Region verwenden wir persönlich gerne und können sie Euch auch guten Gewissens weiterempfehlen…

Hafenguide Griechenland 1* von Per Hotvedt, beinhaltet folgende Seegebiete: Albanien, Ionisches Meer inklusive Peloponnes, Golf von Korinth, der Küste von Athen einschließlich des Saronischen Golfs. Der sehr umfangreiche Hafenguide ist zwar teuer aber sein Geld wert. Durch die Luftaufnahmen aller beschriebenen Häfen und Ankerbuchten und die dazugehörenden Hafenpläne weiß man vorher schon genau, ob der angestrebte Ort auch den Wünschen der Mannschaft entspricht.

Charterführer Ionisches Meer* von Andreas Fritsch, beinhaltet das Revier von Korfu bis nach Zakynthos. In mehreren Routenvorschlägen werden die Highlights der Gegend und alle wichtigen nautischen Informationen zu Häfen und Ankerplätzen in kompakter Form dargestellt. Ideal für SeglerInnen, die sich in kurzer Zeit einen Überblick über das Revier verschaffen wollen.

Seekarten* von Imray für das Ionische Meer. G11, G12, G121, G15 und G16 sind bei uns alle als Backup neben den elektronischen Seekarten am Schiff vorhanden.

Zakynthos Reiseführer* von Antje und Gunther Schwab. Wir schätzen die Reise- und Wanderführer vom Michael Müller Verlag sehr – speziell deren individuelle Wandertipps.

Empfohlene Yachtcharter Agentur im ionischen Meer

Im ionischen Meer kann man entweder in Korfu (Gouvia Marina) oder im Großraum Lefkas Yachten chartern.

Master Yachting* gehört zu den führenden deutschsprachigen Yachtbrokern und bietet weltweit eines der umfangreichsten Yachtcharterangebote für Segelyachten, Katamarane und Motoryachten an. Wir haben früher selbst oft bei Master Yachting unsere Boote gechartert und können Euch daher deren Service wärmstens empfehlen. In mehr als 30 Revieren und in über 20 Ländern der Welt umfasst das Angebot derzeit ca. 9.000 Yachten – von der 24 Fuß Segelyacht bis hin zum 60 Fuß großen Luxuskatamaran mit Crew.
Neben dem klassischen Bareboat-Charter bietet Master Yachting auch Flottillen, Regatten und Crewed-Charter mit Skipper, Koch und Hostess an.

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Markus

Markus

Ich bin leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger, freiberuflicher Yachtredakteur und Fotograf mit über 21.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser. Segle als Ausgleich und Quelle der Inspiration.
Details zu meiner maritimen Ausbildung und Reviererfahrung findet Ihr hier...

6 Comments

  1. kokkinos vrachos
    22. November 2016 at 16:24 — Antworten

    Kalimera, toller Bericht und sehr schöne Fotos.

    Was die Wenigsten wissen, Griechenland will einige Strände verscherbeln, darunter ist auch der Navagio Beach (Schmugglerbucht ) mit dem bekannten Schiffswrack (das wohl meißtverkaufte Postkartenmotiv in Griechenland). Navagio Beach steht auf der Liste der Privatisierungsbehörde TAIPED (vorher HRADF).

    Navagio Beach in Zakynthos Allegedly Sold to the Emir of Qatar
    Edit: Link gelöscht, da die Seite auf dem Portal nicht mehr vorhanden ist/war.

    The 90 Greek Beaches Greece Wants to Sell
    http://greece.greekreporter.com/2014/05/30/the-90-greek-beaches-greece-wants-to-sell/

    vg aus Hamburg, kv

    • 23. November 2016 at 08:30 — Antworten

      Danke für die Info, das wusste ich echt auch noch nicht!

      Das wäre schon sehr schade, wenn die ganzen schönen Plätze verkauft würden. Ich habe gesehen, dass da auch ein sehr schöner Strand von der Insel Elafonisos dabei ist. So etwas stimmt mich traurig…

      LG Markus
      PS Ich habe den leider nicht mehr funktionierenden Link in deinem Kommentar gelöscht.

  2. kokkinos vrachos
    23. November 2016 at 13:59 — Antworten

    Kalimera Markus, bei mir funktioniert der Link: http://greece.greekreporter.com/2014/07/11/navagio-beach-in-zakynthos-allegedly-sold-to-the-emir-of-qatar/

    Es wurde in den deutschsparchigen Medien auch so gut wie gar nicht thematisiert, mir ist nur ein Artikel aus der taz in Erinnerung: http://www.taz.de/Privatisierung-von-Griechenlands-Straenden/!5036668/

    Es gab auch zwei online-Petitionen gegen die Privatisierung der Strände, wie der aktuelle Stand ist, ist mir nicht bekannt.

    Gutes ist sicherlich nicht zu erwarten, im September hat das griechische Parlament mit den 152 Stimmen von Syriza und ANEL (von 300 Stimmen insgesamt) dem neuen Privatisierungsfonds zugestimmt.

    vg, kv

    • 23. November 2016 at 14:42 — Antworten

      Kalimera Kokkinos, diese beiden Links funtionieren jetzt bei mir auch. Danke für den Input.

      Wäre echt schade, wenn die ganzen „Filetstücke“ Griechenlands verkauft würden!

      LG Markus

  3. Robert Klauc
    27. November 2016 at 18:49 — Antworten

    Es war ein tolles Erlebnis über Nacht auf der Nambawan in der Schmugglerbucht zu bleiben. Gut erinnere ich mich an die Stille die einkehrt, wenn alle Touristenboote sich auf den Rückweg gemacht haben. Nur mit Mühe konnte ich Markus davon abhalten auf der Suche nach dem ultimativen Foto barfuß die Felswand zu erklimmen 😉
    Ein Bild auf Leinwand von der Bucht und dem Schiffswrack hängt jetzt in meinem Zimmer zur Erinnerung an die 14 Tage auf der Nambawan.

    • 28. November 2016 at 20:17 — Antworten

      Hey Robert, da hast du recht. Ich hatte wirklich überlegt, die Felswand zu erklimmen. Gut, dass es dann aber schon dunkel wurde und ich doch lieber für Euch ein gutes Abendessen gekocht hatte 😉

      Am Weg retour wollte ich eigentlich mit Monika auch nochmals in der Bucht über Nacht bleiben. Leider war an diesem tag der Schwell so stark, dass es unmöglich gewesen wäre, hier zu übernachten…

      Finde es schön, dass ihr Euch als Erinnerung ein Bild drucken habt lassen. Hoffe, wir sehen uns bald mal wieder!

      Bis bald, LG Markus

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