Segeln Ionisches Meer

Porto Kagio: Glücklich am Ende der Welt angekommen

Porto Kagio liegt gut geschützt im Südosten der Mani-Halbinsel (Google-Maps), die sich ganz im abgelegenen Süden des Peloponnes befindet. Hierher verirren sich nur ganz wenige Landtouristen mit ihren Wohnmobilen oder eben Fahrtensegler. Dementsprechend ursprünglich und entschleunigt lässt es sich in diesem kleinen Fischerort leben. Porto Kagio gehört zu unseren absoluten Lieblings- und Energieplätzen in Griechenland. Wenn Ihr also eine Umrundung des Peloponnes plant, unbedingt in Euren Törnplan mit aufnehmen. Ich glaube, Ihr könnt die Ursprünglichkeit und die friedvolle Ausstrahlung der Gegend an den Bildern erkennen…
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Hier gibt es nur zwei nennenswerte Tavernen und einen von Ort zu Ort fahrenden Obst- und Gemüsehändler, der täglich um die Mittagszeit seine schmackhaften Naturprodukte den wenigen Gästen vor Ort anpreist.
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Hier ein Blick von der Taverne. Im Hintergrund liegt unsere SY NAMBAWAN als einzige Segelyacht vor Anker. Es gibt auch einen kurzen Schwimmsteg, an dem man römisch-katholisch mit Buganker und Hackleinen anlegen kann.

Wanderungen rund um Porto Kagio

Dass wir bei unseren Segelreisen auch immer gerne Wanderungen ins Hinterland unternehmen, ist ja mittlerweile allen unseren Stammlesern bekannt. Nachdem man hier im Umfeld sehr viele schöne Entdeckungstouren machen kann, möchten wir Euch ein paar Möglichkeiten vorstellen.

Kurze Wanderung zur Kapelle Agios Nikolaos

Zur nahegelegenen Kapelle (Google-Maps) kann man sogar mit Flip-Flops hinaus spazieren. Wer danach aber den dahinter liegenden Hügel erklimmen möchte, sollte unbedingt Turn- oder Wanderschuhe anziehen, denn der weiterführende Weg ist leider schon ziemlich verwachsen und von vielen stacheligen Sträuchern gesäumt…
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Wanderung zum Mani Tower

Bei dieser Wanderung folgt man zuerst der asphaltierten Zufahrtsstraße den Berg hinauf. Bei der ersten Abzweigung geht es dann links weg, Richtung Friedhof. Danach den verwachsenen Fußweg weiter Richtung Mani Tower, den man schon aus der Ferne sieht (Google-Maps)…
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Vom Mani Tower sucht man sich am besten wieder einen Weg auf die Hauptstraße und setzt von dort seine Erkundungstour fort oder man kehrt ins Fischerdorf retour.

Super Ausblick vom Weg weiter nach Kenourgia Chora

Wanderbegeisterte möchten wir motivieren, noch ein wenig weiter den Berg hinauf zu gehen. Eine wunderschöne Aussicht auf beide Seiten der bizarren Halbinsel ist Euch sicher.
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Bei Sonnenuntergang glücklich am „Gipfel“ bzw. im Bergdorf Kenourgia Chora (Google-Maps) angekommen. Labstellen in Form von Tavernen oder Bars gibt es leider auf der gesamten Stecke nicht. Daher selbst genügend Wasser zum Trinken mitnehmen.

Alternative Wanderung ins gegenüber der Ankerbucht liegende Dorf Achilio

Wem der doch eher steile Aufstieg ins Bergdorf zu mühsam ist, kann den ohne weitere Höhenmeter verlaufenden Weg ins Dorf Achilio (Google-Maps) wählen. Auch diese Erkundungstour auf der Mani-Halbinsel ist unserer Meinung nach sehr lohnenswert. Auch von hier aus sieht man gut auf den Ankerplatz und das beschauliche kleine Fischerdorf Porto Kagio, das nur aus etwa einem Dutzend Häuser entlang der kleinen, halbmondförmigen Bucht besteht und früher ein Piraten-Zufluchtsort war.
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Aufmerksame Betrachter werden auf ihren Entdeckungstouren viele weitere kleine Details am Wegesrand finden…
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Ich hoffe, wir konnten Euch mit den Bildern überzeugen, selbst eine Reise in den Süden des Peloponnes anzutreten. Die mondlandartige Halbinsel mit ihrer geschichtsträchtigen Gegend lädt wie Ihr gesehen habt zu einem ausgiebigen Landausflug ein. Egal, ob mit Yacht, Wohnmobil, Auto oder Fahrrad. Hier in dieser friedvollen Umgebung könnt Ihr bestimmt auch Energie tanken!

Ankern in der Bucht von Porto Kagio

Geankert wird hier auf 5 bis 10 m Wassertiefe (Google-Maps) auf relativ hartem Sand. Es ist also wichtig viel Kette zu stecken und den Anker gut einzufahren, damit man im Anschluss auch ruhigen Gewissens eine ausgiebige Wanderung ins lohnende Hinterland unternehmen kann.

Übrigens: Der Süden des Peloponnes ist noch sehr reich an Fischen!

Die Gewässer hier sind noch überraschend reich an Fischen, die man sich entweder selbst aus dem Wasser holt…
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… vorausgesetzt man verfügt über das notwendige Equipment, und sich im Anschluss an Bord selbst zubereitet…
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… oder man lässt sich in den Tavernen kulinarisch verwöhnen, wie z.B. von unserer gut bekannten und überaus engagierten Tavernenchefin Maria. Die hat uns sogar schon des öfteren unseren selbst mitgebrachten Tuna bei ihr in der Taverne Porto (Google-Maps) gegrillt. All diese Kleinigkeiten machen diesen Platz für uns so liebenswert!

Ich hoffe, Ihr habt durch unseren Törnbericht einen guten Überblick über Porto Kagio gewinnen können. Wenn Ihr noch Fragen oder Anmerkungen dazu habt, schreibt gerne einen Kommentar am Ende der Seite. Ich freue mich natürlich auch, wenn Ihr den Reviertipp in Euren sozialen Medien teilt. Hier noch ein paar interessante weiterführende Links.

Empfohlene Revierführer und Seekarten rund um den Peloponnes

Wir haben so ziemlich alle gängigen Hafenhandbücher und Revierführer vom ionischen Meer. Folgende Literatur der Region verwenden wir persönlich gerne und können sie Euch auch guten Gewissens weiterempfehlen…

Hafenguide Griechenland 1* von Per Hotvedt, beinhaltet folgende Seegebiete: Albanien, Ionisches Meer inklusive Peloponnes, Golf von Korinth, der Küste von Athen einschließlich des Saronischen Golfs. Der sehr umfangreiche Hafenguide ist zwar teuer aber sein Geld wert. Durch die Luftaufnahmen aller beschriebenen Häfen und Ankerbuchten und die dazugehörenden Hafenpläne weiß man vorher schon genau, ob der angestrebte Ort auch den Wünschen der Mannschaft entspricht.

Seekarten* von Imray für das Ionische Meer. G12, G121, G13, G14, G15 und G16 sind bei uns alle als Backup neben den elektronischen Seekarten am Schiff vorhanden.

Peloponnes Reiseführer* von Hans-Peter Siebenhaar. Wir schätzen die Reise- und Wanderführer vom Michael Müller Verlag sehr – speziell deren individuelle Wandertipps.

Empfohlene Yachtcharter Agentur

Für eine Umrundung des Peloponnes empfehlen wir Euch als Ausgangs- und Endmarina Lefkas oder Athen und Umgebung. Beide Destinationen sind gut per internationaler Fluganbindung erreichbar.

Master Yachting* gehört zu den führenden deutschsprachigen Yachtbrokern und bietet weltweit eines der umfangreichsten Yachtcharterangebote für Segelyachten, Katamarane und Motoryachten an. Wir haben früher selbst oft bei Master Yachting unsere Boote gechartert und können Euch daher deren Service wärmstens empfehlen. In mehr als 30 Revieren und in über 20 Ländern der Welt umfasst das Angebot derzeit ca. 9.000 Yachten – von der 24 Fuß Segelyacht bis hin zum 60 Fuß großen Luxuskatamaran mit Crew.
Neben dem klassischen Bareboat-Charter bietet Master Yachting auch Flottillen, Regatten und Crewed-Charter mit Skipper, Koch und Hostess an.

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Markus

Markus

Ich bin leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger, freiberuflicher Yachtredakteur und Fotograf mit über 21.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser. Segle als Ausgleich und Quelle der Inspiration.
Details zu meiner maritimen Ausbildung und Reviererfahrung findet Ihr hier...

6 Comments

  1. 11. Dezember 2016 at 17:07 — Antworten

    Die Bucht ist tatsächlich gut geschützt und ein sicherer Ankerplatz. Allerdings hat es mehrere Versuche benötigt, bis der Anker sicher eingefahren war. Der Grund fällt teilweise steil ab, da muß man sich ein gutes Plätzchen suchen. In der Mitte der Bucht gibt es noch eine Untiefe mit angeblich 3 Metern, die aber auf Navionics vermerkt ist. Die Tavernen sind wirklich gut für so eine recht einsame Bucht. Der neue Schwimmsteg ist auch ideal für Dinghis. Porto Kagio ist auf jeden Fall einen Abstecher wert.

    • 11. Dezember 2016 at 17:41 — Antworten

      Danke Hendrik für deine Ergänzung. Ja teilweise müssen Crews mehrere Ankermanöver fahren, bis der Anker gut eingefahren ist. Wir haben auch schon mal einen zweiten Anlauf nehmen müssen…

      Auch wir landen gerne mit dem Dingy am Kunststoff-Schwimmsteg an und gehen danach die Bucht aus bis zu den Tavernen.

  2. kokkinos vrachos
    11. Dezember 2016 at 21:16 — Antworten

    Die Mani – Steine, Steine, nichts als Steine…
    Ich habe die historisch und landschaftlich sehr interessante Mani im Sommer 2014 bereist.
    Für Mani-Reisende ist das Buch von Patrick Leigh Fermor „Mani Reisen auf der Peloponnes“ ein muß.
    „Griechenland Durch die wilde Mani“ von Hellmut Loos ist auch empfehlenswert.
    Der Rother Wanderführer Peloponnes von Hartmut Engel ist der ideale Wanderführer für die Mani.

    Schöne Grüße aus Hamburg, kv

    • 12. Dezember 2016 at 08:18 — Antworten

      Danke für deine Literatur-Tipps. Wir verwenden gerne die Reiseführer vom Müller Verlag. In diesem Fall heißt der schlicht: Peloponnes.

      LG Markus

  3. Robert Klauc
    18. Dezember 2016 at 22:56 — Antworten

    Die Stopps in Porto Kagio waren immer eine gute Gelegenheit sich nach den Tagen an Bord ausgiebig die Beine zu vertreten. Ausgerüstet mit ausreichend Wasser kann man die umliegenden Berge und Hügeln erkunden. Es gibt Häuser im Stil den Mani von verfallen bis traumhaft renoviert. Auf die Hügeln an der Nordseite der Bucht kann man leicht über eine Straße gelangen. Ich habe es dort wirklich bereut das Teleobjektiv aus Platzgründen zu Hause gelassen zu haben. Das ist ein Ort wo man mehr als anderswo das Gefühl bekommen kann, den Rest der Welt hinter sich gelassen zu haben.

    • 19. Dezember 2016 at 08:54 — Antworten

      Ja Robert, rund um Porto Kagio haben wir gemeinsam schon viele Entdeckungstouren gemacht und jede war für sich traumhaft schön und einzigartig.
      Ich freue mich schon wieder aufs nächste Jahr, wo ich hier wieder einige Male einen Stopp für weitere Erkundungen eingeplant habe…
      Wäre schön, wenn Du/Ihr mich auch wieder auf einem Teilstück begleiten würdet!

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