Segeln Ionisches Meer

Alternativ Leben auf Íthaka – Ein Besuch bei den “Aussteigern” von Sarakíniko

Eine Geschichte von Deutschen, die in den 70er Jahren los zogen, um ihr Paradies zu finden.

Wer von uns hat nicht schon einmal vom “Aussteigen” geträumt, einfach weg, die Hektik der modernen Zeit hinter sich lassen, den stressigen Job an den Nagel hängen? Den wenigsten ist es jedoch gelungen ihren Traum nachhaltig zu verwirklichen.

Auf Íthaka hat sich Ende der 70er Jahre eine Gruppe Aussteiger niedergelassen, in der Sarakíniko Bucht, nördlich zwischen der Insel Pera Pegadi und der Einfahrt in den Golf, der zum Inselhauptort Vathy führt, um ihr eigenes Paradies zu gründen, die „Sarakiniko Alternatives Leben GmbH“.
„Wir suchten rund 100 Leute, die verrückt genug sind mit uns eine Insel zu bevölkern, ein eigenes gesellschaftliches Konzept zu entwickeln und zu leben“, erzählt uns Rolf Brunner, der seit der ersten Stunde dabei war und auch heute noch einer der 10 übrig gebliebenen ist, die ganzjährig in Sarakíniko leben. Wir lernten ihn letztes Jahr kennen und durften ihn bei unserem erneuten Besuch der Sarakíniko-Bucht diese Woche zu einem Gespräch und Spaziergang durch sein „Revier“ treffen.
Wir waren seit unserem ersten Besuch angetan vom besonderen Flair dieser Bucht und neugierig mehr zu erfahren.

Rolf Brunner bei uns an Bord der NAMBAWAN. rolf-brunner-besuch-auf-der-nambawan

Eigentlich wollten die Aussteiger ja eine eigene Insel kaufen, Atokos (was so viel bedeutet wie wertlos), unter Seglern bekannt als One House Bay. Doch nach einem ersten Besuch für Probebepflanzungen und Landvermessungen, sowie aufgrund der bürokratischen Hürden, die drei Ministerien involvierten, änderten sie ihre Pläne und entschieden sich für die Sarakíniko Halbinsel.
Ca. 500.000 Euro hätte sie damals gekostet die Insel Atokos, heute steht sie immer noch zum Verkauf, allerdings für satte 10 Millionen Dollar. Rolf fand das Land und unterzeichnete einen Vorvertrag, der ihm sechs Monate Zeit gab 200 zahlende Interessenten zu finden, die bereit waren jeweils 10.000 DM in die GmbH einzuzahlen und Gesellschafter zu werden. Für eine Million DM wurde das 450 ha große Land gekauft, das über 800 Olivenbäume zählt. Von der zweiten Million sollte eine Infrastruktur entwickelt, Häuser gebaut und Starthilfe für den Lebensunterhalt bereit gestellt werden.

Die ersten zwei bis drei Jahre herrschte Euphorie, Häuser wurden in allen möglichen Varianten gebaut, zunächst versteckt und möglichst flach, um den Behörden aufgrund fehlender Baugenehmigungen nicht ins Netz zu gehen, danach etwas mutiger mit Baumhäusern und zum Teil aus der Natur herausragenden Konstruktionen. Es gab auch gemeinschaftliche Einrichtungen, eine Bibliothek, die bis heute besteht, eine Gemeinschaftsküche, ja selbst eine anerkannte Schule, wo die Kinder der Kommune von Lehrern unterrichtet wurden.

Bilder der Bibliothek und Tauschbörse…bibliothek-sarakiniko-alternatives-leben
bibliothek-buchtauschzentrum-sarakiniko-alternatives-leben

Auch ein gemeinschaftliches Plumpsklo mit dem wohl schönsten Ausblick, den man sich von einer Toilette nur erträumen kann, wurde eingerichtet. Dieses durfte natürlich bei unser Führung durch die Anlage nicht fehlen.
oeffentliches-wc-ausblick-sarakiniko-alternatives-leben plumpsklo-sarakiniko-alternatives-leben

Doch schon bald kam die erste Krise, zu verschieden waren die Interessen vom alternativen Leben und die Vorstellungen vom Paradies. Man konnte sich in den regelmäßigen Versammlungen oft nicht einigen und so wurde zunehmend gestritten über Arbeit, Geld, Rauchverbote und kaum vorstellbare Dinge.
Rolf erzählt uns, dass im Nachhinein gesehen, die Interessenten kritischer beurteilt und ausgesucht hätten werden sollen und dass die meisten viel zu blauäugig an das Projekt herangingen.
Der Alltag war beschwerlich, da jegliche Infrastruktur fehlte. Es gab damals noch keine Straße in die Buchten von Sarakíniko und Filiatro. Das meiste wurde per Boot transportiert und dann zu Fuß per Scheibtruhe oder Karren.

Energie wird heute über Wind- und Solaranlagen gewonnen, für die Wasserversorgung wird über Dachflächen das Regenwasser der Wintermonate in Tanks aufgefangen. Es regnet hier im Durchschnitt genauso viel wie in Deutschland, somit ist bei ökonomischem Umgang ausreichend Süßwasser vorhanden.
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Zusätzlich gibt es noch eine alte Zisterne aus den Zeiten der Bauern, die das Land bewohnten und bewirtschafteten bevor die Aussteiger kamen, und die die Bewohner noch zusätzlich mit frischem Wasser versorgt. Über 50 Kubikmeter frisches Nass sind hier gespeichert, die auch heute noch per Kübel aus der Tiefe geschöpft und per Kanister zu den Häusern transportiert werden.

Wir konnten uns selbst von der glasklaren Qualität des Zisternenwassers überzeugen und waren beeindruckt.
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In den 80er Jahren ging der Kommune allerdings das Geld aus, mehrere Gesellschafter stiegen aus und wollten ihre Anteile zurück. Es mussten Teile vom Land verkauft werden, um die GmbH am Leben zu erhalten.
Auch Rolf distanzierte sich eine Zeit lang von der Kommune, fand eine griechische Freundin, zog in den 80ern für ein paar Jahre aus in das Bergdorf Perachori.
1987 kehrte er nach Sarakíniko zurück und fand lediglich ein noch übrig gebliebenes Bewohner-Paar vor.
Aber dennoch schafften als einige wenige Aussteigerprojekte der 70er Jahre das Überleben und existieren bis heute, worauf Rolf sehr stolz ist, auch wenn es nach wie vor Unstimmigkeiten und unterschiedliche Interessen und Vorstellungen gibt. Einmal jährlich trifft man sich auch heute noch zur Gesellschafterversammlung, wo versucht wird im Konsens Entscheidungen zu treffen. Doch die Interessen der Mehrheit der Gesellschafter, die in Deutschland ein normales Leben führen, Geld verdienen und Sarakíniko nur noch als Urlaubsdomizil heimsuchen, sind zu unterschiedlich zu jenen der noch ungefähr 10 permanenten Bewohnern der Kommune, die sich beginnen Gedanken zu machen welche Adaptierungen nötig wären um ihren Lebensabend hier zu bestreiten, wie zum Beispiel die Verbreiterung des Hauptweges, um für den Fall der Fälle einen Krankentransport zu ermöglichen oder das Gelände mit einem kleinen Elektrofahrzeug befahren zu können, um nicht alles zu Fuß bewerkstelligen zu müssen.

In der Kommune sind auch heute noch Neulinge willkommen, ja sogar benötigt, um den Fortbestand der Alternatives Leben GmbH zu sichern. Mit 8.000 Euro ist man dabei, und kann sich ein freies Plätzchen für sein Paradies suchen und an der Gemeinschaft beteiligen. Erst kürzlich hat sich ein 50-jähriges Paar für einen Neubeginn in Sarakíniko entschieden. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen sich bei Rolf zu melden.
Mobil +30 6977532889
Web http://ecotopia.jimdo.com/

Nach der beeindruckenden Führung durch die Siedlung, durften wir mit Rolf und seiner Frau Klara Koitler, die seit 1979 auf der Insel Íthaka lebt, sich allerdings erst später der Kommune anschloss, auf einer der zahlreichen Terrassen bei einer Flasche Rotwein den Sonnenuntergang genießen und noch tiefer ins Paradies eintauchen. Auch Hund Kuno darf nicht fehlen und weicht seinem Herrl keinen Schritt von der Seite.

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Einblicke ins Haus der Deutschen Aussteigerfamilie auf Ithaka

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Am meisten interessiert und fasziniert hat uns die Ruhe und der Einblick in die für uns spartanische Lebensweise in absolutem Einklang mit der Natur. Wir konnten sehr viele Parallelen zu unserem Lebensstil am Wasser feststellen und waren vielleicht deshalb so angetan.
Beeindruckt haben uns an diesem Abend die Idylle und der Einklang mit der Natur, auch wenn sich Klara beklagt, dass die wilden Ziegen in der Siedlung oft die Pflanzen vernichten und sich auch schon mal an ihren liebevoll gezogenen Salatpflanzen vergreifen. Auch den Schnecken gefällt das Paradies und sie haben ihre Daseinsberechtigung, allerdings zu viele sollten es nicht werden. Um den Überblick zu bewahren, kann es schon mal passieren, dass ihre Häuschen von Klara durchnummeriert und überzählige Bewohner abgesiedelt werden, um eine gute Gemüseernte zu sichern.
Olivenöl produzieren sie nur mehr für den Eigenbedarf, da das Beschneiden der Bäume und die Ernte sehr aufwendig und anstrengend sind. Wenn mehrere aus der Gemeinschaft mit anpacken würden, könnte jedoch hochwertiges Bioöl auch für den Verkauf erzeugt werden, ist Klara überzeugt.
Besonders stolz ist sie auf ein kürzlich aufgestelltes und zur Nasszelle und Toilettenanlage umfunktioniertes Glashaus – funktional und naturverbunden mit selbst geschaufelter Sickergrube.

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Sogar ein Whirlpool darf bei der Deutschen Aussteigerfamilie nicht fehlen…
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Klara ist Künstlerin und hat sich der modernen Malerei verschrieben, die meisten ihrer Werke sind mit Acryl- und Dispersionsfarben auf Leinwand, und Frauengestalten sind eindeutig die dominierenden Motive ihrer Werke. Sehr viel Platz brauchst sie um sich zu entfalten und ihrer Inspiration freien Lauf zu lassen, was im Sommer kein Problem ist, da sie den Paradies-Garten einfach in ihr Atelier verwandelt.

Ein Einblick in Ihr Atelier und ihre Kunstwerke…
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Segler und Touristen sind herzlich willkommen ihre Galerie zu besuchen und natürlich auch das eine oder andere Werk zu erwerben. Mehr Info unter www.koitler.com oder telefonisch für Terminvereinbarungen +30 6978950110.
Im Winter jedoch widmet sie sich der Gärtnerei, sammelt Kräuter und Pilze und produziert Marmelade und Säfte aus Obst, das sie von umliegenden Bauern geschenkt bekommt, da hier die Bäume so reich tragen, dass die Ernte den Eigenbedarf weit übersteigt.

Obwohl schon im Pensionsalter hat auch Rolf noch berufliche Pläne und ein neues spannendes Projekt in Angriff genommen, aufbauend auf seinen Erfahrungen mit der Alternatives Leben GmbH. Ecotopia heißt sein neues Projekt, für das er 37.500 m² Land auf einem attraktiven Hochplateau auf Íthaka erworben hat, wo eine Eigentümergemeinschaft ein nachhaltiges, ökologisches und weitgehend autarkes und solide finanziertes Zusammenleben schaffen soll. 9 Anteile stehen zur Verfügung, wovon noch einige wenige zu vergeben sind. Mehr Infos findet Ihr unter http://ecotopia.jimdo.com/

Rolf hilft aber auch gerne jenen, die sich für Grundstücke außerhalb der Kommune oder Ecotopia interessieren und auf Íthaka sesshaft werden wollen.

Rolfs und Klaras Tochter ist nach Deutschland zum Studieren gegangen, weshalb ihr eigenes kleines Häuschen nun über airbnb vermietet wird. Die Buchungslage ist gut und die Gäste sind angetan von der Natur und absoluten Ruhe. Meist werden Künstler vom Paradies angezogen, um in Ruhe ungestört ihrem Schaffen nachzugehen.

Weitere Impressionen der Führung durch die Sarakiniko Alternatives Leben GmbH

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Leider fangen jetzt einige an, ihre Häuser einzuzäunen. Begründung wilde Geisen…
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Wir bedanken uns bei Rolf und Klara für die Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber uns und wünschen den Sarakinesen Alles Gute für die Zukunft. Wir fühlen uns jedenfalls in deren Bucht pudelwohl und kommen bestimmt wieder! Hier noch ein paar interessante Links…

Empfohlene Revierführer und Seekarten für das ionische Meer

Wir haben so ziemlich alle gängigen Hafenhandbücher und Revierführer vom ionischen Meer. Folgende Literatur der Region verwenden wir persönlich gerne und können sie Euch auch guten Gewissens weiterempfehlen…

Hafenguide Griechenland 1* von Per Hotvedt, beinhaltet folgende Seegebiete: Albanien, Ionisches Meer inklusive Peloponnes, Golf von Korinth, der Küste von Athen einschließlich des Saronischen Golfs. Der sehr umfangreiche Hafenguide ist zwar teuer aber sein Geld wert. Durch die Luftaufnahmen aller beschriebenen Häfen und Ankerbuchten und die dazugehörenden Hafenpläne weiß man vorher schon genau, ob der angestrebte Ort auch den Wünschen der Mannschaft entspricht.

Charterführer Ionisches Meer* von Andreas Fritsch, beinhaltet das Revier von Korfu bis nach Zakynthos. In mehreren Routenvorschlägen werden die Highlights der Gegend und alle wichtigen nautischen Informationen zu Häfen und Ankerplätzen in kompakter Form dargestellt. Ideal für SeglerInnen, die sich in kurzer Zeit einen Überblick über das Revier verschaffen wollen.

Seekarten* von Imray für das Ionische Meer. G11, G12, G121, G15 und G16 sind bei uns alle als Backup neben den elektronischen Seekarten am Schiff vorhanden.

Kefalonia & Ithaka Reiseführer* von Sabine Becht und Sven Talaron. Wir schätzen die Reise- und Wanderführer vom Michael Müller Verlag sehr – speziell deren individuelle Wandertipps.

Empfohlene Yachtcharter Agentur im ionischen Meer

Im ionischen Meer kann man entweder in Korfu (Gouvia Marina) oder im Großraum Lefkas Yachten chartern.

Master Yachting* gehört zu den führenden deutschsprachigen Yachtbrokern und bietet weltweit eines der umfangreichsten Yachtcharterangebote für Segelyachten, Katamarane und Motoryachten an. Wir haben früher selbst oft bei Master Yachting unsere Boote gechartert und können Euch daher deren Service wärmstens empfehlen. In mehr als 30 Revieren und in über 20 Ländern der Welt umfasst das Angebot derzeit ca. 9.000 Yachten – von der 24 Fuß Segelyacht bis hin zum 60 Fuß großen Luxuskatamaran mit Crew.
Neben dem klassischen Bareboat-Charter bietet Master Yachting auch Flottillen, Regatten und Crewed-Charter mit Skipper, Koch und Hostess an.

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Monika

Monika

Seit über 15 Jahren der Faszination Segeln erlegen. Segeln gibt mir Zeit, Kraft und Ruhe, zeigt mir Grenzen und eröffnet Möglichkeiten zu Entschleunigung und Selbstreflexion. Ich mag es von den Kräften der Natur stets herausgefordert zu werden und im Einklang mit der Natur zu leben.

12 Comments

  1. Mario
    3. September 2015 at 07:03 — Antworten

    Hallo Markus!

    Ich habe mit Begeisterung deine Berichte über die Ionischen Inseln gelesen
    und die tollen Fotos ließen mich gleich wieder in Erinnerungen schwelgen.
    Ich kam durch Zufall auf deine Homepage durch den Artikel „alternative Leben
    auf Ithaka“, da ich gerade Ithaka googelte. Als ich die Fotos von
    Sarakiniko sah wußte ich sofort da war ich auch schon mal vor langer Zeit.
    Ich suchte sofort meinen alten Fotoalbum und tatsächlich fand ich die Fotos
    von der Bucht. Es war im Jahr 1992 und ich durfte damals (zum ersten mal)
    mit einem sehr erfahrenen Skipper, der die Ionischen Inseln sehr gut kannte,
    bereisen.
    Mir wurde damals vom Skipper erklärt das ist die „Hippie Bay“ und blieb mir
    in Erinnerung. Wir waren damals zu Fuß unten in der Bucht, es gab damals nur
    eine schlechte Schotterstraße und unten eine teilweise verfallene Hütte. Ich
    wußte nicht das die Aussteiger noch immer auf der Halbinsel waren, oder
    einge sogar noch immer dort sind. Ich habe deinen Bericht und die Homepage
    vom neuen Projekt von Rolf mit Begeisterung gelesen, es gab ja sogar einen
    Dokufilm im Jahr 2008 über die Alternative Leben GmbH. Leider war ich die
    letzten Jahre nicht mehr im ionischen Meer unterwegs, aber ich habe es fest
    vor, da ich mich sehr für dieses Gebiet interessiere und den Aufenthalt dort
    sehr vermisse.

    Als Anhang die alten Fotos per E-Mail. Leider habe ich damals sehr wenig Fotos gemacht.

    LG aus dem Waldviertel und danke für die tollen Berichte!

    Mario

    • 3. September 2015 at 08:23 — Antworten

      Hallo Mario,
      so eine positive Rückmeldung zu bekommen freut uns natürlich sehr!

      Da hat sich seit 1992 bestimmt einiges auf der Insel verändert. Jetzt gibt es u.a. dorthin schon eine asphaltierte Straße. Es ist trotzdem noch sehr idyllisch in der Sarakiniko-Bucht wie man an den Bildern erkennen kann. Würde dir bestimmt heute auch noch gefallen!

      LG Markus

  2. 21. Januar 2016 at 12:37 — Antworten

    Hallo Markus,
    großartig Deine Berichte. Ich glaube fast, wir sollten auch mit unserem Schiff vom Norden in den Süden wechseln. Deine Posts und Bilder machen richtig Laune …

    Beste Grüße und Ahoi, Ulli

    • 21. Januar 2016 at 17:08 — Antworten

      Hallo Ulli,
      es freut mich sehr, dass dir unsere Bilder und Blogposts gefallen.

      Der Norden, wo ihr unterwegs seid, ist bestimmt auch schön – in den Sommermonaten bin ich dann aber doch lieber im sonnigen Süden 😉

      Vielleicht treffen wir uns ja mal,
      wünschen euch fair Winds and following Seas!

  3. ele herken
    25. Juni 2016 at 07:02 — Antworten

    das herr brunner sich diesen „luxus“ leisten konnte liegt daran dass er keinen pfennig unterhalt für seine kinder aus erster ehe gezahlt hat, geschweige sich um seine töchter gekümmert hat!
    er hat sich einfach nach ithaka abgesetzt…

    er hat sich der verantwortung entzogen… selbst als die mutter der kinder sehr krank wurde war das auch kein grund für ihn sich um seine töchter zu kümmern… absurd dann öffentlich vom paradies zu berichten und auch noch geld mit verkäufen (grundstücke) zu verdienen ohne eventuell an einen finanziellen ausgleich für die kinder zu denken. wäre spät aber gerecht gewesen.

    ele

  4. 5. Januar 2018 at 13:11 — Antworten

    Mitte 1979 war ich in einem wunderschönen, einsamen Fjord in Norwegen. In meinem Gepäck befand sich ein Schreiben mit der Information über die Insel Atokos im ionischen Meer in Griechenland. Nach Öffnung der Unterlagen war ich elektrisiert von der Natur, der Form und der Größe der Insel.

    Schon länger trug ich mich mit dem Gedanken eine alternative Lebensform auf einer einsamen Insel zu starten. Hier sah ich den richtigen Platz als gefunden.

    Noch in Norwegen begann ich meine Vorstellung einer alternativen Lebensform mit mehreren Mitstreitern niederzuschreiben. Dies war die Geburtsstunde der Fibel, die für alle Mitstreiter als Leitbild galt.

    Nach Köln zurückgekehrt, wo ich als Bildhauer tätig war, ging ich sofort daran diese Fibel fertigzustellen.

    Als nächster Schritt entstand ein Plakat, dass in einer Nacht,- und Nebelaktion von mir in allen einschlägigen Plätzen verklebt wurde:

    „E I N E M I L L I O N
    qm² große Insel
    G E F U N D E N
    In Griechenland. Gesucht werden 200 Verrückte, die mit mir auf dieser Insel leben wollen. *Mein Telefon / Adresse*

    Vor 10 Uhr des nächsten Tages begann mein Telefon zu glühen. Hunderte Interessierte baten um Informationen und Unterlagen. Noch in der gleichen Woche vereinbarte ich ein erstes Treffen mit den Interessenten in einem kölner Lokal. Die nächsten Wochen waren gefüllt mit Gesprächen und Treffen. Nach wenigen Tagen meldete sich der kölner Express und berichtete am Folgetag eine ¾ Seite über das Vorhaben. (Auch der Journalist wurde zu einem der begeisterten Interessenten.)

    Die nächsten Monate waren gefüllt mit Interviews beinahe aller deutschen, großen Tageszeitungen, indessen Folge ich in allen deutschen Städten s.g. Städtegruppen aufbaute (so Berlin, Frankfurt, Hamburg, München etc.) Gegen Ende des Jahres 1979 beschloss ich einen ersten Besuch der Insel Atokos mit einer Erkundungstruppe durchzuführen. Sylvester 1979 betrat ich mit 12 Interessierten und einem Fernsehteam im Schlepp die Insel. Es war ein herrlicher Tag. Der Projektname zu diesem Zeitpunkt war PALAGI (Projekt Alternatives Leben Auf Griechischer Insel). Am ersten Januar erwachten wir in unseren Zelten, keine Brandung, keine Wärme in den Zelten und stattdessen unter 10 cm Schnee. Die Desillusionierung der Truppe lässt sich nicht beschreiben. Nach einer Woche Aufenthalt auf Atokos war klar, dass diese Truppe, vorwiegend Studenten, diese Lebensform nicht mit Leben füllen konnte oder wollte.

    Ich ging dann auf die Insel Ithaka, da mir Informationen vorlagen, dass dort ein großes Landstück zum Verkauf angeboten wurde. Es wurde mir klar, dass diese Landzunge „Sarakiniko“ das gesuchte „Mekka“ ist. Eine Landzunge mit wunderbarer Natur, herrlichen uralten Olivenbäumen und einer langen Küstenlinie mit zwei großen Buchten / Stränden, ein Stück unberührte Natur.

    Ich vereinbarte mit den Eigentümern, dass ich Sarakiniko kaufen wolle aber zuvor die Interessenten in Deutschland ausführlich informieren werde. Nach Gesprächen mit der Gesamtgruppe, dass Sarakiniko unsere Heimatwerden soll. Ich beraumte dann ein Treffen in Bad Oeynhausen in meinem Zweitatelier ein. Zu diesem Treffen lud ich meinen Notar in Bad Oeynhausen ein, um beratend über unsere spätere Rechtsform der Gruppe aufgeklärt zu werden. Die von ihm dann vorgeschlagene Rechtsform war die einer GmbH.

    Es kam zur Gründung der „Sarakiniko – Alternatives Leben GmbH“

    Aus rechtlichen Gründen musste ich zwei weitere Geschäftsführer benennen, damit der GmbH Vertrag unterschrieben werden kann. Es handelt sich bei diesen beiden Geschäftsführern nicht um Gründungsmitglieder, sondern lediglich um Mitglieder aus der Gruppe, die aus formaljuristischen Gründen die Verträge mit unterschrieben.

    Im Frühjahr 1980 habe ich dann die ersten „Siedler“ persönlich mit ihren Habseligkeiten nach „Sarakiniko“ gebracht. Es war immer eine meiner Intentionen, dass ich mich als Gründer verstehe aber nicht als „Guru“ einer alternativen Lebensform. In meiner Fibel habe ich immer erwähnt, dass das Projekt sich selbst verwaltet und nicht von einem „Guru“ geleitet wird. Auch die ernannten Geschäftsführer hatten keine andere Funktion als die Außenvertretung des Projekts und die jährlichen notwendigen Bilanzen zu unterschreiben. Meine Rolle ich sah darin, eines der 200 Mitglieder des Projektes zu sein und nicht mehr, was ich nach wie vor bin.

    Es darf nicht unerwähnt bleiben sein Augenmerk auf die Ein, – und Ausstiegsbedingungen des Projekts Sarakiniko zu werfen: Einer der Grundzüge der Fibel, um das Projekt zu schützen war, dass die eingezahlten Gelder generell im Projekt verbleiben. Dieser Passus wurde sehr früh von der Mehrheit der Mitglieder verändert. Von nun an hatte jeder das Recht seine Einlage beim Verlassen des Projekts zurückzufordern. Jeder Projektausstieg gefährdete somit den Fortbestand und die Sicherheit des Projekts. Von nun an schwebte das Damoklesschwert über dem Projekt.

    Jeder Ausstieg zwang das Projekt nun die eingelegten 10.000 DM wieder zurückzuzahlen, was in der Finanzplanung nicht angedacht war und Liquiditätsengpässe und Landverkäufe zur Folge hatte. Eine Aufbruchsstimmung machte sich breit. Nun leben nur noch 10 Siedler auf Sarakiniko.

    Was ist, was bleibt, ist, dass Sarakiniko ein wunderschönes Stück Natur ist, welches durch die Sarakiniko – Alternatives Leben GmbH erhalten geblieben ist.

    Wido Buller
    bronzesculpture.eu@gmail.com

    • 5. Januar 2018 at 14:25 — Antworten

      Wow, danke Wido für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Lebst Du auch ganzjährig auf Sarakiniko. Würde Dich auch gerne mal bei meinem nächsten Besuch dort kennenlernen.

      LG Markus

      • 7. Januar 2018 at 10:43 — Antworten

        Hallo Markus,

        ich widme mich schon lange anderen Projekten, momentan außerhalb von Europa. Melde dich gern per Mail bei mir.

        Viele Grüße,
        Wido Buller

    • 7. Januar 2018 at 08:23 — Antworten

      Lieber Wido,
      erst gestern habe ich von Sarakiniko erfahren. Und habe seitdem mit großem Interesse über euch und eure Geschichte gelesen und geschaut. Offensichtlich fasziniert.
      Vielen Dank, daß Du hier aus Deiner Sicht erzählst ~ und so den Faden bis ins Jahr 2018 spinnst. Fast 40 Jahre…
      Ein großartiges Projekt! Ein wunderschöner Ort! Und wie mir „trotz allem“ scheint: ein reicher Ort! Gerne würde ich ihn und euch besuchen. Gerne segelnd. Beides derzeit ein Traum vorerst…
      Herzliche Grüße
      Arwén

  5. 7. Januar 2018 at 08:12 — Antworten

    Hallo Monika und Markus,
    welch lebendiger Bericht! Vielen Dank!
    Ich bin durch eine Facebookgruppe hier gelandet und werde auch eure anderen Berichte lesen, auch, weil ich vor langer Zeit begeistert in Hamburg Segeln lernte und mich zu den Meeren hingezogen fühle.
    Ich wünsche euch immer ausreichend Wasser unter dem Kiel und gute Winde in den Segeln!
    LG, Arwén

    • 7. Januar 2018 at 09:46 — Antworten

      Danke Arwén für Dein positives Feedback. Vielleicht hast Du ja mal Interesse, an einem unserer Törnabschnitte mitzukommen. 😉 Die Mitsegelmöglichkeiten findest Du hier… http://www.untersegeln.eu/toernziele/

      LG Markus

  6. Manfred
    23. Januar 2018 at 09:26 — Antworten

    Hallo Monika und Markus, vielen Dank für euren Bericht! Ich habe 1986 einige Wochen auf Ithaki verbracht, mein Schlafplatz war unter einem Olivenbaum in der Filiatro-Bucht, dem „Hippie Beach“. Ich wollte damals auch die Leute des Aussteiger-Projekts kennenlernen, die hatten sich damals aber wohl gerade frisch zerstritten, keiner wollte mir Auskunft geben, einige leugneten sogar ihre Zugehörigkeit zu dem Projekt und waren diesbezüglich sehr wortkarg. Ausser Christian, der lebte damals mit Freundin und Kind in einem Baumhaus mit fantastischem Blick über die Bucht. Ich habe viele wunderbare Abende dort verbracht, und es freut mich, dass die Bucht immer noch fast so unberührt ist wie damals, kaum zu glauben… ich hatte Schlimmes erwartet, als ich aus einem Sentimental heraus in Google Earth auf Ithaki zoomte. Freut mich auch, dass das Projekt immer noch lebendig ist, vielleicht muss ich doch nochmal hin. Viele Grüße, Manfred

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