Segeln ÄgäisVersicherungen & Recht

Fallbeispiel: Yachtunfall / gestrandete Yacht und Anklage wegen gebrochener Ankerkette

Yachtunfälle passieren leider immer wieder. Solange es bei Materialschäden bleibt und keine Personen zu Schaden kommen, kann man nur von Glück im Unglück sprechen.

Wir möchten uns in diesem Beitrag in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Friedrich Schöchl von YACHT-POOL, unserem Kooperationspartner im Bereich Yacht- und Skipper-Versicherungen einen Yachtunfall näher ansehen und juristisch beleuchten.

Es handelt sich um einen Skipper mit über 30.000 Seemeilen Erfahrung, der in Griechenland einen Totalschaden an der von Athen aus gecharterten Yacht erlitt.

Yachtunfall: Ankerkette bei starkem Wellengang in der Ankerbucht gerissen
Starkwind in der Ankerbucht

Der Skipper geriet im Norden der Kykladen in eine Schlechtwettersituation und suchte im Südwesten der Insel Kea eine vermeintlich sichere Hafenbucht (Google-Maps) auf, wo er vor Anker ging. Starker Regen und Wind aus Südwest mit 5-6 Beaufort herrschten vor. Starker Wellengang zerrte an der Ankerkette, was zu Materialermüdung führte und die Ankerkette brach. Die Yacht strandete und wurde schwer beschädigt.

Der Versicherer beanstandete das Verhalten des Skippers in keiner Weise und regulierte den Schaden anstandslos. Denn eine Ankerkette darf nie reißen. Zumindest kann der Skipper auf keinen Fall schuld daran sein. Selbst der Vercharterer sah den Yachtunfall so und bot dem Skipper für die restliche Charterwoche ein Ersatzschiff an. Auch die Crewmitglieder erhoben keine Anschuldigungen, im Gegenteil, sie lobten das vorbildliche Verhalten des Skippers. Dennoch war der Fall damit nicht erledigt…

Skipper wegen „Gefährdung der Mitsegler“ angeklagt

Der Staatsanwalt erhob einige Zeit später Anklage gegen den Skipper wegen des Verursachens einer Havarie mit Gefährdung der ihm anvertrauten Mitsegler. So abwegig sich das auch anhören mag, der Skipper wurde in erster Instanz tatsächlich zu einer Haftstrafe verurteilt!

Begründung des Staatsanwalts

Der Skipper der havarierten Segelyacht hätte die Wettervorhersage nicht entsprechend berücksichtigt, einen falschen Ankerplatz gewählt und damit seine Crew und sich selbst in Gefahr gebracht. Denn wenn er einen geeigneteren Ankerplatz gewählt hätte, wäre die Ankerkette auch nicht gebrochen.

Skipper in erster Instanz verurteilt

Mit der Verurteilung wurde der erfahrene Skipper einer Straftat für schuldig befunden. Die Kosten beliefen sich bis zu diesem Zeitpunkt bereits auf einen 5-stelligen Euro-Betrag. Selbstverständlich wurde dem Skipper von YACHT-POOL Kostendeckung auch für einen Weg durch die zweite Instanz zugesichert, wo der Fall zur Zeit zur Verhandlung ansteht.

Der von YACHT-POOL gestellte Rechtsanwalt ging sofort nach Urteilsverkündigung in Berufung, damit ist auch eine Vorstrafe vorerst abgewehrt. Ein unerlässlicher Schritt für den Skipper, da nach griechischem Recht sonst der sofortige Antritt der Haft die Folge gewesen wäre.

Wir werden von YACHT-POOL über den weiteren Verlauf der Verhandlungen am Laufenden gehalten und werden weiter berichten.

Rechtsschutzversicherung für Charter-Skipper und Yacht-Eigner wird immer wichtiger, insbesondere die Übergriffe von Behörden betreffend

Dieser Yachtunfall zeigt, dass eine spezielle maritime Rechtsschutzversicherung, die insbesondere auf rechtliche Auseinandersetzungen mit Behörden zugeschnitten ist und die damit zusammenhängende Strafkaution leistet, von elementarer Bedeutung ist. Denn der Staatsanwalt segelt quasi immer mit!

Aus diesen Erfahrungen heraus empfehlen wir allen Yacht-Eignern und Charter-Skippern mit leistungsstarken Yacht-Rechtsschutzversicherungen bzw. Skipper-Rechtsschutzversicherungen vorzusorgen. Die soeben neu konzipierte Rechtsschutzversicherung von YACHT-POOL ist genau auf diese Fälle zugeschnitten.

Wenn Ihr Fragen zu maritimen Versicherungen habt, oder Euch ein unverbindliches Angebot von YACHT-POOL erstellen lassen wollt, dann schreibt einfach eine formlose E-Mail an folgende Adresse info@yacht-pool.de oder ruft unter der Telefonnummer +49 89 74673480 an. Unsere Kooperationspartner von YACHT-POOL beraten Euch gerne!

YACHT-POOL International
Schützenstraße 9
85521 Ottobrunn
www.yacht-pool.de*

Transparenz

YACHT-POOL gehört zu unseren Kooperationspartnern. Diese Zusammenarbeit hat aber auf unsere Meinung, welche wir in diesem Artikel objektiv wiedergegeben haben, selbstverständlich keinen Einfluss.

Bilder

Symbolbild „gestrandete Yacht“ – Archiv YACHT-POOL
Symbolbild „Starkwind“ – Markus Silbergasser

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Markus Silbergasser

Markus Silbergasser

Ich bin leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger, freiberuflicher Yachtredakteur und Reisefotograf mit über 29.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser. Segle als Ausgleich und Quelle der Inspiration.
Details zu meiner maritimen Ausbildung und Reviererfahrung findet Ihr hier...

2 Comments

  1. Martin
    13. Februar 2019 at 12:36 — Antworten

    Hallo zusammen,
    ich habe zehn Jahre auf eigenem Kiel in GR gesegelt und dabei nie schlechte Erfahrungen gemacht. Aber, wenn man sich auf der Seite der Kreuzer-Abteilung und von TO mal umsieht, so kommt es immer mal wieder zu „interessanten“ Auslegungen durch die Behörden. Zu einem umfassenden Versicherungsschutz kann man da nur raten!

    Bei dem Schiff handelt es sich um eine Yacht von Alboran. Die fahren eigentlich nur Balearen, Kap Verden, Kanaren und evt. auch Kuba. In GR habe ich die noch nie gesehen, aber es handelt sich offensichtlich um ein Archiv-Bild. Ich erwähne es auch nur deshalb, da ich bei Alboran immer nur verzinkte Ketten gesehen habe. Die brechen nicht! Edelstahl ist sicher besser, aber nur wenn es der richtige Werkstoff ist. Hier ist nur der autentische Werkstoff (Duplex 1.4462) zu akzeptieren. Andere Werkstoffe haben zu geringe PREN-, bzw. CPT-Werte. Wer hier Interesse hat, müsste mal selbst weiter googeln. Ist aber eigentlich auch egal, denn der Werkstoff der Ankerkette liegt sicher nicht in der Verantwortung des Skippers.

    Nun zu dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Hier kommt es m.E. auf die Gesamtumstände an. Grundsätzlich muss man sicher zustimmen, dass ein Ankerplatz mit SW offen bei SW-Wind nicht ideal ist… Andererseits waren auch „nur“ 5-6 Bft. und die Situation an Bord ist nicht nachvollziehbar. Ggf. gab es Gründe um schnell einen Ankerplatz aufzusuchen? Da würden mir einige Gründe einfallen.

    Fazit: ggf. nicht ganz so schlau, zumindest nicht ideal, dort vor Anker zu gehen. Aber bei den Bedingungen sicher niemals fahrlässig, geschweige denn grob fahrlässig. Zumindest würde es dazu weiterer Informationen bedürfen. Wenn die Kette bricht (war das hier tatsächlich so? warum war dies so? Wurde das Material einem Gutachten unterzogen?) kann der Skipper da zumindest nichts dafür. Aber ohne vernünftige Absicherung bist Du auf jeden Fall gekniffen… Trotzdem, GR – für mich in der Gesamtbetrachtung eines der besten Segelreviere der Welt!!!

    • 13. Februar 2019 at 15:03 — Antworten

      Hallo Martin, danke für Deine umfangreiche Antwort zu dem Yachtunfall. Kann Dir nur zustimmen, ein umfassender Versicherungsschutz ist für einen Yachteigner oder Charter-Skipper ganz wichtig. Gerade eine Skipper-Rechtsschutzversicherung haben leider erst die wenigsten abgeschlossen…

      Ob die Kette im Anschluss genau untersucht wurde, weiß ich leider nicht. Das Segelrevier Griechenland gehört aber auch für uns zu unserem weltweiten Lieblingsrevier.

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