AllgemeinFahrtensegler-Interview

Fortgeblasen: Die Blauwassersegler Claudia und Jürgen Kirchberger im Interview

Mit ihrer Leidenschaft den Hohen Norden unter Segeln zu erkunden, ziehen Jürgen und Claudia Kirchberger viele Segler und Abenteurer in ihren Bann und inspirieren viele, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich ganz auf die Natur einzulassen. Wir freuen uns die beiden Abenteurer persönlich kennen zu dürfen und sie Euch hier auf unserem Blog vorzustellen.

Wir sind mit Anfang 20 zu unserer ersten gemeinsamen großen Reise per Wohnmobil durch Nordamerika von Mexiko bis Alaska aufgebrochen und haben dabei das Segeln entdeckt. Nach einer Woche Segelkurs verkauften wir unser Wohnmobil, kauften eine kleine alte Yacht in Kalifornien, heirateten in Las Vegas und sind zu einer dreieinhalbjährigen Segelreise rund Zentralamerika aufgebrochen. Dabei haben wir das Fahrtensegeln nicht nur gelernt, sondern auch den richtigen Lebensstil für uns gefunden.

Nach einer Zeit entlang der Ostküste der USA gerieten wir bei einem Transatlantik-Törn Richtung Europa in einen schweren Sturm, und es kam zum Seenotfall, wir und sechs weitere Crews wurden per Hubschrauber abgeborgen.

Wir reisten zurück nach Österreich, um an unserer Zukunft zu arbeiten und restaurierten in mehrjähriger Arbeit eine alte Stahlyacht, LA BELLE EPOQUE, die wir für alle Seereviere dieser Welt ausrüsteten.

2010 starteten wir zu unserer neuen Reise – von Oberösterreich über die Donau in die Nordsee, Ostsee, Nordatlantik bis zur russischen Grenze, erster Winter auf 70° Nord in Norwegen an Bord 2011/12. Weiter über den Nordatlantik nach Grönland, ein Jahr entlang der Küsten Grönlands mit Winter im Eis 2012/13. Daraufhin Nordwestpassage 2013 und Winter in Alaska. Weiterfahrt nach Mexiko, über den Pazifik in die Südsee und nach Neuseeland. Neuseeland rund 2015/16. Segelabenteuer über das Südmeer nach Chile, Überwinterung in Patagonien 2017. Weiterfahrt in die Antarktis im Dezember 2017 und drei Monate Aufenthalt. Transatlantik der Länge nach mit Ankunft in Spanien im Sommer 2018.

Vorstellung der LA BELLE EPOQUE

Allgemeine Schiffsdaten

Blauwasseryacht LA BELLE EPOQUE

Werft/Hersteller/Modellbezeichnung: Konstrukteur Kurt Schröter, gebaut im Eigenbau Fam. Winkler
Material: Rundspant Stahl
Kielform: gemäßigter Langkiel
Baujahr: 1976

Länge: 13,2 m (15,5 LÜA)
Breite: 3,9 m
Tiefgang: 2,0 m
Gewicht: beladen über 20 to

Anzahl an Kojen: 2 (+ 2)
Anzahl an Nasszellen: 1

Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 5,5 kn

Schiffswert: unbestimmt, steht nicht zum Verkauf

Motor-Antriebskonzept

Motor Herstellerbezeichnung/Leistung: Perkins 4 Zyl. mit Kielkühlung und trockenem Auspuff, 60 PS
Welle oder Saildrive: Welle
Propeller: starken Festpropeller aus Edelstahl

Takelung und Segelgarnitur

Takelung: Ketsch mit 2 Kutterstage (insgesamt 3 Vorstage: 1x am Bugsprit, 1x am Bug, 1x wegnehmbares Sturmvorstag)

Segelgarnitur: Wieviel % an den Gesamtstunden unter Segeln habt ihr welches Segel in Einsatz?
Groß: 30 m2, 4 Bindereffs (99%)
Besan: 16 m2, 2 Bindereffs (70%), Besan kommt zusätzlich vor Anker und unter Motor in Einsatz
Trisegel: 10 m2 (>1%)
Genua 1: 61 m2 (40%)
Genua 2: 50 m2 (30%)
Kreuzfock 1: 36 m2 (60%)
Kreuzfock 2: 28 m2 (5%)
Sturmfock: 15 m2 (1%)
Orkanfock: 8 m2 (bisher 0%)

Vorsegel insgesamt über 100%, da unsere Vorsegel auch in Kombination gefahren werden. Die sehr kleine und sehr stabile Orkanfock musste bisher noch nicht gefahren werden, wir würden sie aber trotzdem immer wieder an Bord mitnehmen. Für schweren Orkan gibt es außerdem einen Fallschirm-Seeanker sowie einen Gailrider-Treibanker an Bord, die beide auf gefährlichen Seestücken angeschlagen und einsatzbereit im Cockpit verzurrt sind.

Ankergeschirr

Hauptanker: Bruce 35kg, 60m verzinkte Stahlkette, 10mm, 60m 22mm Trosse

2. Buganker: M-Anker (Bruce-Nachbau) 30kg, 50m verzinkte Stahlkette, 10mm, 75m 22mm Trosse

Zwei weitere Zweitanker mit Kettenvorlauf und ein Bügelanker als Heckanker. Ersatzketten, Ersatzschäkel. Beide Buganker kommen an Bord regelmäßig in Einsatz. Im gesamten Ankergeschirr sind absichtlich keinerlei Edelstahlteile verbaut.

Speziell für Reviere in den Hohen Breiten zählen außerdem diverse Landleinen (4 Schwimmtrossen 22mm, 50 bis 100m, „Polysteel“ aus dem Fachhandel für Hochseefischerei) zu unserer Ankerausrüstung.

Steuern und Navigieren

Pinne oder Steuerrad bzw. zwei Steuerräder: Steuerrad (Seilzugsteuerung) im Cockpit mit Notruder-Pinne, geschlossenes Steuerhaus mit Steuerrad (Hydrauliksteuerung)

Wieviel % der Fahrtzeit im Jahr verwendet ihr welches der nachstehenden Systeme
Handsteuerung: (30%) – Claudia liebt es, entlang von Küsten per Hand zu steuern!
Autopilot: (Raymarine) nur unter Motor
Windfahnensteuerung: (70%) – Windsteueranlage von Aries steuert zu 99% alle unsere Ozeanpassagen

Mit welchen Informationen und Hilfsmitteln navigiert ihr?
Laptop mit externem GPS und den Programmen OpenCPN und MaxSea, Ossiexplorer, WXTide und für Wetterdaten Zygrib. Dazu Küstenhandbücher in elektronischer Form und auf Papier, bzw. Handskizzen anderer Segler in extremen Gebieten, wo es an niedergeschriebener Information fehlt.

Ersatzlaptops, Ersatz-GPS, Hand-GPS (Garmin) als Notfallausrüstung. Außerdem sind zwei getrennte Batteriebänke an Bord, beim Ausfall einer Bank kann die Navigation sofort mithilfe der zweiten Bank betrieben werden.

Seekarten in Papier und/oder elektronisch?
Papierseekarten nur für Ozeanpassagen. Es werden nur jene Karten an Bord mitgeführt, die nötig sind, um in die größten Häfen der jeweiligen Zielländer einlaufen zu können. Generell wird mit elektronischen Seekarten navigiert.

Wie und warum macht ihr das so?
Elektronische Seekarten bringen unserer Meinung eine zusätzliche Sicherheit, da zum Beispiel die gefahrenen Kurslinien gespeichert werden können und so im Notfall auch bei Dunkelheit relativ sicher aus einem Riffgebiet oder einem schlechten Ankerplatz wieder ausgelaufen werden kann. Außerdem sind sie leichter zu erhalten und kostengünstiger.

Radar: Furuno
Fernglas: SteinerSteiner*

Kommunikation

Wie kommuniziert ihr an Bord mit der Außenwelt?
Funkgerät: Amateurfunkgerät Icom 7200 mit automatischem Antennentuner und Pactor III-USB Modem
Satellitentelefon: Iridium 9555Iridium 9555* (nur in extremen Seerevieren aktiv)
AIS (aktiv/passiv): noch passiv, aber hoffentlich bald auch aktiv

Energiemanagement

Energiemanagement-Blauwasseryacht-Solaranlage-auf-Steuerhaus

Was habt ihr eingebaut und wie zufrieden seid ihr damit?
Batterietyp: AGM 12V mit insgesamt 500Ah; 24V mit 250Ah
Solarpaneele: gesamt 225 Wp
kein Wind- oder Schleppgenerator
Generator: Honda 20i (2KW) Der Generator kommt hauptsächlich in Einsatz, wenn Elektrowerkzeuge betrieben werden.

Tankinhalte

Wie große Tanks habt ihr und wie zufrieden seid ihr mit den Lösungen?

Diesel: 500 Liter im Kiel, 150 Liter Heiztank, 50 Liter Tagestank für den Motor. Wir sind damit zufrieden, allerdings haben wir während unserer Fahrt durch die NWP extra Diesel in Kanister mitgeführt. Auch für die Reise in die Antarktis wären größere Dieseltanks von Vorteil. Ozeanpassagen fahren wir nur selten mit gefüllten Dieseltanks.

Hattet ihr schon mal Probleme mit Dieselpest? Ja, in Island.
Macht bzw. verwendet ihr da vorbeugende Zusatzmittel? Nur wenn wir uns über die Qualität des gebunkerten Diesels nicht sicher sind. Auch pumpen wir regelmäßig den Bodenbereich des Tanks ab, um größere Ansammlungen von Wasser im Tank zu vermeiden.

Süßwassertanks: 3 voneinander getrennte Tanks, insgesamt 460 Liter
Habt ihr einen Watermaker? Nein
Wie haltet ihr eure Tanks sauber? Wir bauen alle 1 bis 2 Jahre unsere Wassertanks aus und reinigen sie mechanisch und chemisch durch. Auch tauschen wir Wasserleitungen nach Bedarf aus. Wir betanken die Wassertanks durch Filteranlagen und haben unter dem Wasserhahn in der Pantry einen Aktivkohlefilter eingebaut (die Filterpatrone wird regelmäßig gewechselt). Sind wir uns über die Trinkwasserqualität des jeweiligen Hafens nicht sicher, versuchen wir, bessere Wasserquellen zu finden oder Trinkwasser zu kaufen. Auch in entlegenen Teilen dieser Welt tanken wir niemals Oberflächenwasser in unsere Tanks.
Trinkwasser aus Flaschen? nein
Fäkalientank: Ein kleiner Tank ist an Bord vorhanden, er wird aber in der Regel kaum genützt.

Persönliche Fragen an Claudia und Jürgen Kirchberger

Kosten Eurer Reisen – wieviel braucht Ihr im Durchschnitt jährlich für…

Bootskosten-Werftarbeiten-selber-machen

Schiffshaltungskosten
Hier sind alle Kosten fürs Boot beinhaltet (Reparatur- und Wartungskosten, Versicherungsprämien, Hafen- und Liegegebühren, Kranen, Schiffszubehör inkl. Reinigungsmittel aber ohne Bootsanschaffungskosten und Bootsabschreibungskosten)
Wir führen kein Buch über unsere Ausgaben. Hier Zahlen anzugeben wäre aber auch nicht aussagekräftig für andere Segler, da wir diese Kosten durch Eigenleistung sehr gering halten. Wir haben unser Boot in jahrelanger Arbeit selbst restauriert und können deshalb alle Wartungs-, Reparatur- und Änderungsarbeiten an Bord selber machen. Auch liegen wir eigentlich niemals in Häfen, sondern immer vor Anker, haben meistens keine Versicherung und gehen nur alle paar Jahre ins Trockendock.

Lebenshaltungskosten
Wie hoch sind Eure Kosten im Durchschnitt zu zweit für…
Hier sind alle Kosten für den Lebensunterhalt von Euch beiden beinhaltet (Essen und Trinken an Bord und in Lokalen, Landausflüge, Mietautos, Heimflüge, persönliche Versicherungen, Treibstoffe für Schiff, Außenborder oder Mietauto, diverse Anschaffungen wie Kleidung, Elektronische Gadgets, Bücher usw., Einklarierungskosten, Telefon- und Internetgebühren, Wasch- und Putzmittel ohne ggf. Wohnraum- und Kfz-Kosten in der Heimat).

Auch hier können und wollen wir keine konkreten Zahlen angeben, da die Ausgaben mit den Reisegebieten schwanken.

Ihr seid ja schon seit Eurer Jugend gemeinsam unterwegs und habt in Eurem gesamten Leben aber bis dato noch nie klassische Jobs in einem Angestelltenverhältnis ausgeübt. Trotzdem habt ihr aber hart und intensiv an Eurem eigenen Lebenskonzept gearbeitet. Mit welchen verschiedenen Arbeiten habt ihr Euch rund um den Erdball das notwendige Geld zum Leben und zum Finanzieren Eurer Reisen verdient?

Das ist so nicht ganz richtig. Auch wir haben viele Jahre in „klassischen Jobs“ gearbeitet. Vor allem während der Jahre in Österreich haben wir in verschiedenen Jobs gearbeitet, nebenbei das Boot restauriert und ein Haus gekauft und umgebaut. Jürgen ist beruflich Werkzeugmacher, er hat nach den Berufen in seinem Ausbildungsfeld viele Jahre im Motorenbau gearbeitet und war auch einige Jahre selbstständig. Claudia hat ihren Abschluss in Ernährungs- und Landwirtschaft, hat einige Jahre als amerikanische Immigrantin (mit Arbeitsgenehmigung) in Yachthäfen und Fischereihäfen entlang der amerikanischen Ostküste gearbeitet, in Österreich hat sie in den unterschiedlichsten Berufsgruppen gearbeitet (von Maschinistin im Kieswerk bis zur Sozialarbeiterin). Wir arbeiten in der Regel nicht in verschiedenen Ländern unterwegs, sondern finanzieren unsere Fahrten durch die Vermietung unseres Hauses.

Leben in der absoluten Abgeschiedenheit – was bunkert ihr, um autark in der Wildnis überleben zu können? Wieviel Brennstoff zum Heizen und zum Kochen braucht man und welche Lebensmittel und Getränke eignen sich zum Bunkern oder stehen Euch zur Verfügung und welche Speisen und Getränke vermisst ihr während der oft vielen Monate des autarken Lebens an Bord Eurer LA BELLE EPOQUE am meisten?


Das zu beschreiben hat bereits ein ganzes Buch gefüllt – nachzulesen in Claudias Buch Bordversorgung heute – Ernährung und Proviantierung an Bord von Fahrtenyachten*.
Aber in aller Kürze: Meistens haben wir genug Lebensmittel für mehrere Monate um auch unberührte Gebiete länger genießen zu können. Wir bunkern die landesüblichen Lebensmittel der jeweils bereisten Länder. Wir haben keinen Kühlschrank an Bord und vermissen diesen auch in tropischen Gebieten nicht.
Wir kochen selbst Gerichte in Konserven ein, oder trocknen und konservieren weitgehend alle Lebensmittel an Bord. Bei richtigem Umgang können auch unzählige frische Gemüsesorten über viele Monate an Bord eingelagert und mitgenommen werden. Und natürlich Fischen wir sehr oft und genießen es, die weltbesten Fische frisch auf unsere Teller zu bekommen.


Fertiggerichte spielen bei uns an Bord keine Rolle, wir halten nicht viel von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln und finden sie meist zu teuer und scheußlich im Geschmack.

Gekocht wird bei uns mit Propangas und in kalten Revieren zusätzlich mit dem Dieselofen. Obwohl wir täglich kochen kommen wir mit einer Flaschenfüllung an Propan (11kg) in der Regel um die drei Monate aus, bei Betrieb des Dieselofens noch länger. Mit unseren drei Flaschen Propan an Bord sind wir deshalb noch nie in Bedrängnis gekommen.

Speisen und Getränke vermissen wir eigentlich selten, da wir ja selber täglich nach eigenem Gusto kochen. Aber natürlich kann es schon mal vorkommen, dass wir in einem Land bestimmte Zutaten nicht erhalten – Kümmel und Roggenmehl zum Beispiel. In der Regel wissen wir das aber schon vorab und so wird groß gebunkert, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Und klar, bei einem Besuch in Österreich gibts dann schon einmal die Klassiker die wir unterwegs nie haben: eine Leberkäsesemmel oder Bauernkrapfen zum Beispiel!

Überwintern in der Abgeschiedenheit im Eis – was macht man den ganzen Winter in der extremen Kälte und im Dunklen? Wie schaut ein typischer Tag oder eine typische Woche eingefroren im Eis aus? Was reizt Euch an diesem ganz speziellen Abenteuer?

Während Überwinterungen sind wir sehr viel auf Landgängen unterwegs, ausgenommen während der Polarnacht, während dieser Zeit ist der menschliche Körper ohnehin kaum aktiv und wir versinken in eine Art „Winterschlaf“. Außerdem arbeiten wir in dieser Zeit an Büchern oder am Boot, und wir nehmen uns viel Zeit für die täglichen Dinge an Bord. Wir verbringen Stunden bei Tee und Gesprächen oder lesen und planen neue Reiseziele. Obwohl eine Überwinterung selbst sehr intensive Eindrücke bringt, stellt für uns diese ruhige, segelarme Zeit auch immer wieder eine Art Regenerierung dar. So kann man in Ruhe verarbeiten, was man alles bisher erlebt hat und den Kopf wieder frei bekommen für die kommenden Erlebnisse.

Ihr seid nun ja von der Antarktis bis nach Spanien mit nur drei kurzen Zwischenstopps durchgesegelt. Da seid ihr während der langen Überfahrten bestimmt auch des Öfteren in eine Flaute oder Schwachwindzone geraten. Die Restdünung lässt dann ja aus eigener Erfahrung gerne die Segel schlagen oder man treibt quasi manövrierunfähig dahin. Wenn uns das bei viel kürzeren Überfahrten passiert, starten wir einfach die Maschine und stabilisieren dadurch wieder unser Boot. Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

Auf dieser Fahrt hatten wir Glück, da wir nur einen Tag Flaute (mit Gewitterböen) in der intertropischen Konvergenzzone erlebten. Diesen Tag sind wir unter Motor gelaufen.

In der Regel treffen wir nur selten auf zu wenig Wind zum Segeln. Auf Hochsee können wir uns meisten treiben lassen (mit gesetztem und gerefftem Großsegel und Besansegel), in Küstennähe laufen wir dann unter Motor, um unser Ziel zu erreichen.

Das Segeln habt Ihr Euch ja mehr oder weniger alles selbst beigebracht. Habt Ihr denn überhaupt einen Segelschein und eine Funklizenz? Wenn ja, welche?

Wir haben keine relevanten Segelscheine, aber alle nötigen Bootsscheine, da wir ja eine Maschine in unserem Boot verbaut haben. Außerdem ist Claudia lizensierte Amateurfunkerin.

Ihr habt ja schon mehrere Fachbücher und Abenteuergeschichten geschrieben. Wie entstehen Eure Bücher? Schreibt ihr die so nebenbei beim Fahrtensegeln und Reisen oder eher komprimiert irgendwo ruhig vor Anker oder an Land?


Schreiben ist Claudias großes Hobby, und so entstehen ihre Bücher meist unterwegs aus dem Bedürfnis heraus, das Erlebte mit den Schreiben zu verarbeiten. Vor allem verbringen wir während Überwinterungen sehr viel Zeit beim Schreiben, so ist auch Jürgens Fachbuch Segeln in den Hohen Breiten*, ein Nachschlagewerk für das Segeln in anspruchsvollen Revieren während den Wintermonaten in Patagonien entstanden.




Wie schauen Eure Reisepläne für die nächsten Jahre aus?

Wir werden auch weiterhin größere Reisen an Bord von LA BELLE EPOQUE machen. Im Moment zieht uns erneut der Hohen Norden an. Allerdings haben wir noch keine genauen Reiserouten festgelegt, da wir nicht genau wissen, ab wann wir heuer wieder durchstarten können und ob wir in nächster Zukunft die nötigen Genehmigungen für eine Fahrt in die russische Arktis bekommen können.

Die kommenden Jahre planen wir, immer wieder auch einige Monate in Österreich zu verbringen, da wir zurzeit auf keine neue Überwinterung an Bord Lust haben und uns die Segelsaison der Hohen Breiten beschränkt.

Welche Tipps habt ihr für unsere LeserInnen, die auch davon träumen, einmal auf Langfahrt zu gehen?

„Träume nicht nur, mach aus deinen Träumen Visionen und arbeite daran, sie umzusetzen!“ war der Leitspruch von Claudias Vater. Und auch wir können diesen Spruch nur wiederholen, denn von Träumen alleine kommt man nicht weiter und es bedarf etwas Arbeit und Pragmatismus um auch wirklich die Leinen lösen zu können. Aber der Traum, mit einem eigenen Segelboot ein paar Jahre unterwegs zu sein und die Welt zu entdecken ist wirklich kein unmöglicher Traum und wer ein paar Tipps sucht, hat vielleicht Spaß daran, sich den Artikel „Gedanken zum Aufbruch“ auf unserer Homepage durchzulesen!

Weiterführende Links zu den Blauwasserseglern Claudia und Jürgen Kichberger

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Alle Bilder im Blogbeitrag: © fortgeblasen.at Claudia & Jürgen Kirchberger

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Markus Silbergasser

Markus Silbergasser

Ich bin leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger, freiberuflicher Yachtredakteur und Reisefotograf mit über 33.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser. Segle als Ausgleich und Quelle der Inspiration.
Details zu meiner maritimen Ausbildung und Reviererfahrung findet Ihr hier...

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