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Immer wieder schwere Motorboot-Unfälle: Schwimmer tot – Skipper in Haft!

Über Unfälle mit schweren Verletzungen und auch mit Todesfolgen muss die Presse leider immer wieder berichten. Der jüngste derartige Unfall, der zum Tod eines Schwimmers führte, ereignete sich am 10. August 2020 in der Nähe von Rovinj in Kroatien.

Ein deutscher Motorbootfahrer startete sein Boot mit Vollgas und übersah einen Schwimmer mit dem er kollidierte. Obwohl ein zufällig anwesender Arzt vom naheliegenden Strand schwimmend zu Hilfe kam, konnte der Verletzte nicht mehr gerettet werden und verstarb noch vor Ort. Der Fahrer des Motorbootes wurde sofort in Haft genommen und wartet derzeit in einem kroatischen Gefängnis auf seine Anklage.

Ein ähnlicher Fall wurde über einen Jetskifahrer berichtet, der mit Höchstgeschwindigkeit mit nur einer Armlänge Abstand an einem Schwimmer vorbeifuhr. Ein Meter oder ein Sekundenbruchteil der über das Schicksal von zwei Leben entscheidet: für den einen eine Frage von Leben und Tod, für den anderen eine Frage von Freiheit oder Gefängnis.

Aber auch auf den deutschen Binnenrevieren herrscht mitunter Lebensgefahr: am 16. August 2020 machte ein Motoryacht-Skipper Schlagzeilen, der uneinsichtig und alkoholisiert zweimal mit erst 53 km/h und dann mit 70 km/h statt der erlaubten 25 km/h auf den Schweriner Seen gemessen wurde.

Dies sind leider keine Einzelfälle dieser Saison: Im letzten Jahr war es eine junge österreichische Frau, die in Kroatien mit ihrem Vater, selbst Tauchlehrer, beim Auftauchen von einem mit überhöhter Geschwindigkeit im Schwimmerbereich fahrendem Motorboot tödlich verletzt wurde.

Wir erinnern uns auch leider an den ebenfalls tragischen Unfall vor einigen Jahren, wo die schnorchelnden Kinder des Gründer der sozialen Segel-Initiative für benachteiligte Kinder (Mirnomore) ebenfalls von einem unaufmerksamen Motorbootfahrer überfahren wurden. Ein Kind starb, des zweite wurde schwer verletzt mit der Folge einer Arm- und Beinamputation.

Der Versicherer YACHT-POOL hat dies nun zum Anlass für eine breit angelegte Aufklärungskampagne genommen. Vom Jetskifahrer bis zum Mega-Yacht-Eigner werden die YACHT-POOL-Kunden auf die besonderen Risiken – und die besondere Verantwortung – die mit dem Betrieb eines motorisierten Wassersportfahrzeuges einhergeht, sensibilisiert.

Dr. Schöchl betont, dass er über das Schadenverhalten der motorisierten Eigner und Skipper bei YACHT-POOL nicht klagen kann: „Ganz im Gegenteil: ich möchte allgemein das Bewusstsein der Jetski- und Motorbootfahrer schärfen und setze mit diesem Appell darauf, dass unsere Kunden eine Vorbildfunktion für andere Wassersportteilnehmer einnehmen. Denn alle motorisierten Wassersportler müssen sich bewusst machen: Beim Führen eines stark motorisierten Schiffes oder Jetskis heißt es in aller erster Linie:

Vorsicht – Umsicht – Rücksicht!“

Dr. Schöchl erläutert, dass jeder Boots- und Jetskifahrer per Gesetz zu erhöhter Vorsicht und zur Einhaltung von Sicherheitsabständen zu Schwimmern und Ufern verpflichtet ist. Die Behörden üben in diesen Fällen – zu Recht –

keine Nachsicht.

Eine Boots- oder Skipperhaftpflicht-Versicherung schützt zwar vor den finanziellen Folgen eines Unfalls – nicht aber vor dem Verlust von Leben Anderer. Und dem Verlust der eigenen Freiheit.

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Markus Silbergasser

Markus Silbergasser

Ich bin leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger, freiberuflicher Yachtredakteur und Reisefotograf mit über 33.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser. Segle als Ausgleich und Quelle der Inspiration.
Details zu meiner maritimen Ausbildung und Reviererfahrung findet Ihr hier...

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